Bava Metzia 34

Kapitel 34

א לא אמר כלום מאי טעמא כל מעשה בית דין כמאן דנקיט שטרא בידיה דמי
1 so sind seine Worte nichtig, denn bei einer gerichtlichen Bestimmung ist es ebenso, als würde [der Kläger] einen Schein in der Handhaben.
ב א"ל רבי חייא בר אבא לרבי יוחנן ולא משנתינו היא זו (כתובות פח ב) הוציאה גט ואין עמו כתובה גובה כתובתה
2 R. Ḥija b. Abba sagte zu R. Joḥanan: Dies lehrt ja bereits folgende Mišna: Wenn sie einen Scheidebrief ohne [Urkunde über die] Morgengabe vorzeigt, so kann sie ihre Morgengabe einfordern!?
ג א"ל אי לאו דדלאי לך חספא לא משכחת מרגניתא תותה
3 Dieser erwiderte: Hätte ich dir die Scherbe nicht aufgehoben, so würdest du darunter die Perle nicht gefunden haben.
ד אמר אביי מאי מרגניתא דלמא במקום שאין כותבין כתובה עסקינן דגט היינו כתובתה אבל במקום שכותבין כתובה אי נקיטא כתובה גביא אי לא לא גביא
4 Abajje sprach: Was ist dies für eine Perle; vielleicht wird hier von Ortschaften gesprochen, wo keine [Urkunde über die] Morgengabe geschrieben wird, wo also der Scheidebrief als [Urkunde über die] Morgengabe gilt; in Ortschaften aber, wo man eine [Urkunde über die] Morgengabe zu schreiben pflegt, erhält sie diese nur dann, wenn sie [die Urkunde über] die Morgengabe vorzeigt, sonst aber nicht!?
ה הדר אמר אביי לאו מלתא היא דאמרי דאי סלקא דעתך במקום שאין כותבין כתובה עסקינן אבל במקום שכותבין כתובה אי נקיטא כתובה גביא אי לא לא גביא אלמנה מן האירוסין במאי גביא
5 Später sagte Abajje: Das, was ich gesagthabe, ist nichts. Wenn man sagen wollte, hier werde von Ortschaften gesprochen, wo man keine [Urkunde über die] Morgengabe zu schreiben pflegt, in Ortschaften aber, wo man eine [Urkunde über die] Morgengabe zu schreiben pflegt, erhalte sie sie nur dann, wenn sie eine solche vorzeigt, sonst aber nicht, so könnte erja bei einer Witwe aus der Verlobung, die [die Morgengabe]
ו בעדי מיתת בעל לטעון ולימא פרעתיה וכי תימא הכי נמי אם כן מה הועילו חכמים בתקנתן
6 nur durch Zeugen, die den Tod des Verlobten bekunden, einfordern kann, sagen, er habe sie bereits bezahlt!? Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben ja die Weisen mit ihrer Bestimmungnichts genützt!?
ז א"ל מר קשישא בריה דרב חסדא לרב אשי ואלמנה מן האירוסין דאית לה כתובה מנא לן
7 Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, sprach zu R. Aši: Woher ist es überhaupt zu entnehmen, daß eine Witwe aus der Verlobung die Morgengabe erhalte:
ח אילימא מהא דתנן נתארמלה או נתגרשה בין מן האירוסין ובין מן הנישואין גובה את הכל דלמא היכא דכתב לה
8 wollte man sagen, aus der Lehre unserer Mišna, wenn sie verwitwet oder geschieden wird, einerlei ob nach der Verlobung oder nach der Hochzeit, erhalte sie alles, so bezieht sich dies vielleicht auf den Fall, wenn er sieihr geschrieben hat.
ט וכי תימא מאי למימרא לאפוקי מדרבי אלעזר בן עזריה דאמר שלא כתב לה אלא על מנת לכונסה אצטריכא ליה
9 Wolltest du erwidern, hinsichtlich eines solchen Falles brauchte dies nicht gelehrt zu werden, so schließt dies die Ansicht des R. Elea͑zar b. A͑zarja aus, welcher sagt, er verschrieb es ihr nur unter der Bedingung, wenn er sie heiratet.
י דיקא נמי דקתני גובה את הכל אי אמרת בשלמא דכתב לה היינו דקא תני גובה את הכל אלא אי אמרת דלא כתב לה
10 Diesist auch zu beweisen, denn es heißt: sie erhalte alles; erklärlich sind die Worte ‘sie erhalte alles’, falls du erklärst, wenn er sie ihr geschriebenhat, welche Bedeutung aber haben die Worte ‘sie erhalte alles’, falls du erklärst, wenn er sie ihr nicht geschrieben hat,